Was sind die 5 Elemente – und was hat das mit meinem Essen zu tun?

Von Carmen Schild · TCM-Therapeutin & Co-Gründerin Naliumana · Wissen & TCM

Wenn ich das in einer Praxis erkläre, nicken die meisten irgendwann. Nicht weil sie TCM kennen. Sondern weil sie sich erkennen.

Den Moment im November, wenn man plötzlich nur noch warmes Essen will. Das Gefühl, dass Rohkost im Sommer gut geht und im Februar irgendwie nicht. Dass man sich nach manchen Mahlzeiten satt fühlt – und nach anderen irgendwie leer, obwohl der Teller leer war.

Das ist kein Einbilden. Das ist der Körper, der eine Sprache spricht, die wir verlernt haben, zu hören.

Die 5 Elemente sind der Versuch, diese Sprache zu übersetzen.

Das Grundprinzip

In der TCM ist nichts für sich allein. Der Körper hängt mit der Jahreszeit zusammen. Die Jahreszeit mit dem Essen. Das Essen mit den Organen. Die Organe mit dem, wie man sich fühlt.

Die 5 Elemente – Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser – sind keine mystische Idee. Sie sind ein Ordnungssystem. Ein Weg, zu verstehen warum ein säuerliches Essen die Leber anregt, warum bittere Speisen das Herz unterstützen, und warum zu viel Süsses – auch das natürliche – irgendwann die Mitte schwächt.

Die Elemente sind nie isoliert. Sie gehen ineinander über wie Jahreszeiten. Wer das einmal verstanden hat, schaut anders auf seinen Teller.

Zwei Beispiele aus dem Alltag

1) Rohkost im Winter

Salate, Smoothies, Rohkost – alles gut, solange der Kontext stimmt. Im Sommer, bei starker Hitze, bei einem robusten Verdauungssystem: ja. Im Februar, bei jemandem der friert, sich müde fühlt und sowieso einen empfindlichen Magen hat: eher nicht.

Rohes ist kühl in seiner Natur. Der Körper muss Energie aufwenden, um es zu «erwärmen» bevor er es verarbeiten kann. Wer ohnehin wenig Ressourcen hat, gibt hier mehr aus als er bekommt.

Kein Verbot. Nur ein Hinweis darauf, dass “gesund” immer vom Menschen abhängt, nicht vom Lebensmittel allein.

2) Januar-Detox aus TCM-Sicht

Der Winter ist die Zeit des Wasser-Elements. Nieren. Rückzug. Aufbau. Der Körper sammelt jetzt Kraft für den Frühling.

Entleeren – also Fasten, Detox-Kuren, Reduktion – macht im Frühling Sinn, wenn die Leber erwacht und Bewegung will. Im Januar ist es das Gegenteil von dem, was der Körper braucht.

Wer im Winter fastet, raubt dem Körper den Aufbau, den er gerade macht.

Das Element Erde – und warum es uns alle angeht

Wenn ich gefragt werde, welches Element in unserer Zeit am meisten leidet: Erde.

Magen und Milz. Verdauung und Umwandlung. Das, was aus Nahrung Energie macht.

Ein geschwächtes Erde-Element kennt fast jeder: das Blähgefühl nach dem Essen, die Müdigkeitswelle um 15 Uhr, der Magen der auf jede Kleinigkeit reagiert. Das Gedankenkarussell, das nicht aufhört – auch das ist Erde, denn Grübeln schwächt die Milz.

Was das Erde-Element stärkt:

·     Warmes, gekochtes Essen – Suppen, Gedämpftes, Eintöpfe

·     Natürlich Süsses – Kürbis, Süsskartoffeln, Hirse, Karotten

·     Rhythmus beim Essen – regelmässige Zeiten, kein Stehen, kein Bildschirm

·     Ruhe – auch im Kopf. Wer unter Stress isst, verdaut schlechter.

·     Nährende Brühen – warm, flüssig, direkt aufnehmbar

Was es schwächt: zu viel Rohes, zu viel Kaltes, zu viel Zucker, zu wenig Pause.

«Die Mitte nähren bedeutet: dem Körper geben, was er direkt aufnehmen kann. Ohne Umweg.»

Die Kraftsuppe – und das Element Erde

Ich sage das nicht als Werbung. Ich sage es, weil es aus TCM-Sicht einfach stimmt.

Eine Brühe, die 10 Stunden köchelt, gibt dem Körper etwas, das er kaum noch verdauen muss. Die Gelatine, die Aminosäuren, die Mineralstoffe – sie sind in einer Form verfügbar, die direkt ankommt. Die Milz muss sich nicht anstrengen. Der Magen kann sich erholen.

Das ist, was in der TCM «die Mitte nähren» heisst. Nicht mehr Energie hineingeben als rauskommt. Sondern echte, verfügbare Nahrung.

Unsere Kraftsuppe ist kein Medikament und kein Versprechen. Sie ist – wenn man so will – Erde-Nahrung in ihrer direktesten Form. Pur als warme Tasse. Als Basis für ein Gericht. Als stiller Beitrag, wenn der Körper gerade wenig Reserven hat.

Nach der Geburt. Bei Erschöpfung. Mitten in einer langen Woche. Oder einfach weil man gelernt hat, auf sich zu hören.

→ Kraftsuppe bestellen – Bio Huhn oder Vegane Pilz-Variante

Weiter
Weiter

Die Salatsauce, die wärmt